Aktiven und regelmäßigen Sport betrieb ich das letzte mal, als ich noch Zeitsoldat war. Seit dem sind aber inzwischen 10 Jahre vergangen. Als ich noch in Wiesbaden lebte, meldete ich mich bei McFit an und ging ab und zu zum Training. VlogDog Cookie zog dann bei mir ein und wir machten ausgiebige Spaziergänge. Unsere Große Runde, belief sich immer auf etwas zwischen 10 und 15 Km. Außerdem war ich aktiver Geocacher und da mir das caching in der Stadt nie gefallen hat, plante ich immer wieder längere Wanderungen in die Wälder rund um Wiesbaden. Bei der längsten Tour, zeigte das GPS-Gerät am Ende 36 Km an. Der Hund, aber vor allem ich, war danach erledigt.

Niemand fühlt sich fett wohl, man ist eingeschränkt und hat Probleme

Es machte sich schnell bemerkbar und ich hatte einige Kilos verloren. So viele, dass meine Mutter, in Berlin am Hauptbahnhof erstmal gepflegt an mir vorbei lief. Ich brachte 85 Kg auf die Waage und ich fühlte mich wohl. Ich war stolz, auf das was ich geschafft habe. Vorher ging mir das nicht so und mir kann auch kein beleibter Mensch einreden, dass er sich so wohl fühlt. So Fett. Man ist eingeschränkt und hat Probleme, auch wenn man sich diese nicht eingestehen will.

2009 entschied ich mich, Wiesbaden wieder zu verlassen und ungefähr 4 Wochen bevor ich der Stadt endgültig den Rücken zeigte, kamen meine Eltern und holten den meisten Krempel aus meinem WG-Zimmer. Den Hund nahmen sie auch schon mit und damit, nahm das Unheil seinen Lauf. Ich mußte nicht mehr raus mit dem Hund, Geocaching war schon länger langweilig geworden. Die Kilos die ich verloren hatte, kamen schneller wieder, als es mir lieb war und ruck zuck war ich wieder Fett.

Ich wog 107 Kg und hatte schon beim Schuhe binden Probleme

Auf Usedom machte ich dann, eigentlich auch nie was dagegen. Ich habe zwar erkannt, dass ich etwas tun muss, aber weiter kam ich nie. Stattdessen lieferte ich mir selbst irgendwelche Ausreden. Ich fühlte mich zunehmend (im wahrsten Sinne des Wortes) unwohl. Wenn ich mich bückte um mir die Schuhe zu binden, jappste ich nach Luft und es war auch nur noch möglich, wenn ich mich dabei setzte. Schon auf dem Weg zur Arbeit, kam ich ins Schwitzen und mir wurde immer deutlicher klar, dass etwas passieren muß. Die Waage zeigte inzwischen 107 Kg an, aber trotzdem konnte ich mich noch immer nicht aufraffen.

Die Liebe wurde zu meiner Motivation

Die Motivation endlich anzufangen kam, als ich mich in eine Frau verliebte. Sie ist selbst sehr sportlich und achtet auf ihren Körper. Ich zweifelte daran, dass ich so wie ich war, überhaupt eine Chance hatte. Also bestellte ich mir Laufschuhe und entsprechende Sportbekleidung und fing mit dem Joggen an. Es erschien mir die einfachste Möglichkeit abzunehmen und etwas für den Körper zu tun.

Am 6. Februar 2014, lief ich dann das erste mal und ich brauchte auf 3 Km 3 Pausen. Ich wählte den Strand zum laufen, weil es mir so romantisch erschien. Träumt doch scheinbar jeder Läufer davon, am Meer zu joggen. Es war kalt und der Boden war hart, also machte mir der Sand keine Probleme. Es war trotzdem die falsche Wahl für mich. Es fehlten mir die Orientierungspunkte. Ich lief, aber hatte das Gefühl das es gar nicht vorwärts ging.

Kleine Ziele bringen kleine Erfolge und motivieren dabei zu bleiben

Am nächsten Tag lief ich wieder, wählte dieses mal aber die Promenade in Richtung Polen. Wieder lief ich insgesamt ca. 3 Km, wieder brauchte ich Pausen, allerdings nur noch zwei. Ein kleiner Erfolg, der mich motivierte dabei zu bleiben. Das mir am Vortag die Orientierungspunkte fehlten, merkte ich erst hier richtig. Denn immer wenn ich dachte, ich kann nicht mehr und ich brauche eine Pause, sagte ich zu mir: Bis zur nächsten Laterne oder Bank (oder was auch immer) noch. An diesem Punkt angekommen, sagte ich zu mir, bis zur nächsten schaffst es jetzt auch noch. So motivierte ich mich, setzte mir kleine Ziele und hatte immer wieder kleine Erfolgserlebnisse in dem ich diese Ziele erreichte.

Den nächsten Tag, nutzte ich zur Erholung und am darauf folgenden Tag, schaffte ich 3,6 Km, ohne das ich auch nur eine Pause machen mußte. So stellte ich fest, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen um sich immer wieder selbst zu pushen und zu motivieren. Nun da ich es schaffte eine Strecke durchzulaufen, wollte ich das ausbauen und nahm mir vor bei jedem Lauf etwas weiter zu kommen. So war ich dann mit der Zeit so weit, dass ich bis zur Deutsch-Polnischen Grenze und zurück kam. Was immerhin 6 Km sind, zumindest bei der Strecke die ich lief und das fühlte sich super an.

Mehr Ausdauer und bessere Laune

Bei dieser Strecke blieb ich dann und wenn mir danach war, lief ich auch mal weiter . So waren es mal 7, 8 oder auch ein paar Km mehr. Meistens blieb es dann aber bei den 6 bis zur Grenze und zurück. Natürlich ging mein Gewicht runter und ich merkte, das ich auch im Alltag mehr Ausdauer hatte und mich wohler fühlte. Ich hatte auch immer bessere Laune, an den Tagen, an dem ich joggen war. Mit Jens lief ich dann auch die Firmenstaffel vom Usedom-Marathon.

Danach kam eine Zeit, in der ich mich immer seltener motivieren konnte. Die 6 Km waren keine Herausforderung mehr, aber ich wollte auch nicht noch weiter laufen, da es mir zu viel Zeit nahm. Durch das arbeiten in Schichten, ist die Freizeit eh schon sehr begrenzt und man hat dann ja doch noch ein paar andere Verpflichtungen. Auch beim Gewicht, tat sich jetzt schon lange nichts mehr. Es schwankte immer so zwischen 91 und 93 Kg. Das war schon gut, aber eigentlich wollte ich mehr. Nur tat sich nichts. Klar das es nicht kontinuierlich runter geht. Der Körper baut ja auch Muskeln auf und die sind nun mal, wie wir alle wissen, schwerer als Fett.

Veränderungen erhalten den Spaß und die Motivation

So blieb es immer öfter bei dem Plan joggen zu gehen, den ich aber, immer seltener umsetzte. Zu allem Überfluss, wurde ich dann auch noch krank und so lief ich einige Wochen nicht mehr. Mein Kalender auf runtastic, mit meinen Aktivitäten sieht schlimm aus. Es ärgert mich sehr. Eigentlich habe ich Spaß am joggen, doch der innere Schweinehund ist hartnäckig und Stur. Ich mußte mir also neue Ziele setzen. Die Motivation wieder finden.

Die Promenade entlang laufen, ist langweilig geworden und der Strand reizt mich auch nicht wirklich. Schon beim gehen macht der weiche tiefe Sand keinen Spaß. So raffte ich mich also vor ein paar Tagen hoch und machte mich auf den Weg in den Wald . Der Radweg in Richtung Korswandt, sollte die neue Strecke werden. Wer den Weg kennt, weiß das es steil bergauf geht. ⅔ der Steigung schaffte ich, dann mußte ich eine Gehpause einlegen. Ich beendete die Runde dann nach 3,1Km, aber trotzdem war ich zufrieden und gut gelaunt danach. Den nächsten Tag schaffte ich die Steigung ohne Pause und nach 4 Km zu Hause angekommen, war ich wieder richtig stolz.

Konzentrier dich auf deinen Weg und verliere deine Ziele nicht aus den Augen

Mein neues Ziel ist es, den Weg bis nach Korswandt durch zu laufen und natürlich auch zurück. Das bedeutet allerdings auch, dass ich noch ein paar Steigungen mehr schaffen muß und die haben es wirklich in sich. Allerdings lasse ich es langsam angehen und arbeite mich Stück für Stück vor. Jetzt kommt der Winter und obwohl ich den sehr mag, hoffe ich nun, dass Schnee und Eis noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Die Knochen will ich mir beim Joggen ja auch nicht brechen.

Gelernt und erkannt habe ich allerdings, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen. Ziele die man verfolgt oder besser auf die man sich konzentriert und die man nicht aus den Augen verliert. Ziele die man auch erreichen kann, um sich dann neue zu setzen. Klar weiß man das irgendwie auch so. Man muß es aber, für sich selbst erst erkennen und das beziehe ich nicht nur auf das Joggen. Auch andere Ziele, habe ich in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen aus den Augen verloren und die arbeit daran schleifen lassen. Ich versuche jetzt die Ziele für mich wieder zu definieren, zu sortieren, mich auf diese zu fokussieren und dann zu motivieren. Diesen Artikel hier zu schreiben und zu veröffentlichen, gehört schon dazu.

 

Egal ob es um Sport oder die Karriere geht.
Schreibt mir doch, in die Kommentare, wie ihr euch motiviert und was euch hilft eure Ziele zu erreichen.

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