Die Berufe im Gastgewerbe sind ziemlich schlecht bezahlt, gerade im Osten und besonders in Mecklenburg-Vorpommern. Der kommende Mindestlohn ist in der Branche hier also für sehr viele Angestellte erstmal sehr positiv.

Klar aber auch, das die Arbeitgeber nicht begeistert sind von den Mehrkosten für sie. Abzuwarten bleibt ob Arbeitsplätze wegfallen und Mitarbeiter entlassen werden. Leisten kann sich das eigentlich kein Unternehmen, klagen doch viele über Fachkräftemangel und noch mehr leiden unter Personalmangel, auch wenn sie es nicht öffentlich zugeben. Ich persönlich glaube trotzdem, dass weniger Personal beschäftigt wird.

Nur mit dem Mindestlohn ist es schliesslich auch nicht getan. Das Gehalt muss ja nicht nur dem Mindestlohn angepasst werden, sondern auch der entsprechenden Position, Verantwortung und der Erfahrung. Ein Facharbeiter mit 10 Jahren Berufserfahrung und in entsprechender Position, möchte entsprechend entlohnt werden und natürlich, steht demjenigen auch mehr zu als einen Jungfacharbeiter der gerade erst erfolgreich seine Prüfung bestanden hat. Ach und Beiköche, Spüler und Hilfsarbeiter bekommen natürlich auch den Mindestlohn.

Der kommende Mindestlohn lässt vor allem bei den Arbeitnehmern noch viele Fragen unbeantwortet, aber auch die Arbeitgeber und vor allem der Branchenverband DEHOGA kennen scheinbar keine Antworten oder gehen mit dem Mindestlohn und der Umsetzung noch sehr nachlässig um. Laut Aussagen eines Hoteliers hat die DEHOGA MV vergessen, die oben angesprochene Lohnstaffelung zu berücksichtigen. Darüber soll wohl erst Mitte 2015 entschieden werden. Wie die Arbeitgeber damit umgehen bleibt ihnen überlassen, viele zahlen wohl erstmal den Mindestlohn und warten ab was im nächsten Jahr passiert.

Ein gefährliche Vorgehensweise, wie ich finde. Wenn jetzt ein Facharbeiter genau so viel verdient wie ein Beikoch, allerdings die höhere Position hat entsprechend mehr Verantwortung trägt und natürlich auch mehr leistet wird er schnell unzufrieden sein mit dieser Situation. Sollten die Arbeitgeber nicht reagieren, wird die Personalsituation also eher noch schlechter.