Erinnert sich hier noch jemand an mein KuechenTV ?

Diese kleine Kochshow die ich 2006 ins Internet stellte. Der Ausschnitt oben, ist aus der „Blogshow“. Eine Fernsehsendung in der ich wegen KuechenTV zu Gast war. 

Ein paar Folgen habe ich damals Produziert und online gestellt, war meiner Zeit ein wenig voraus, denn der große Durchbruch der Kochshows kam erst etwas später. Habe aber, das muss man sich ehrlich eingestehen, auch ganz viel falsch gemacht damals. Zum Beispiel das die Videos viel zu lang waren und ich nicht durchgehalten habe. Die Kosten waren nicht gerade gering, das Feedback dafür schon. Dann noch ein paar Veränderungen in meinem Leben und irgendwann fehlte Zeit, Lust und Geld. Ich habe aufgegeben.

In den letzten Jahren und Monaten kam mir ab und zu wieder der Gedanke KuechenTV wieder zum leben zu erwecken, aber irgendwie anders als damals. Klar man entwickelt sich weiter, wird beeinflusst von anderen Formaten und glaubt auch eine Ahnung davon zu haben was heute besser funktioniert. So ist mir schon vor etwas mehr als einem Jahr SwedishFoodTV aufgefallen. Eine KochShow mal etwas anders. Auf der LiveStreaming Plattform Meerkat konnte man einen Blick hinter die Kulissen vom Trattorian werfen, einem Restaurant in Stockholm. Victor der sich um den Livestream kümmerte und auch in der Küche steht zum kochen, führte die Zuschauer durch das Restaurant, liess sich beim Mice en place über die Schulter schauen und beantwortete selbst im stressigen a la carte Geschäft die Fragen der Zuschauer. Mich hat das fasziniert und ich hab da gerne mit eingeschaltet und so ging es auch vielen anderen. Die Zuschauerzahlen stiegen rasant und Victor konnte schnell eine doch beachtliche Reichweite vorweisen. Der Werbeeffekt für das Restaurant ist auch nicht gerade klein gewesen. Die Zuschauer waren begeistert davon, das sie nicht nur eine Kochshow im Fernsehen verfolgen, sondern das sie mitten drin waren. Die tricks und kniffe sahen, mehr Informationen zu den Lebensmitteln bekammen und vor allem das sie direkt ihre Fragen stellen konnten und Antworten bekamen. Selbst wenn sie eher, mal mit einem anderen Gericht, einem anderen Bereich des Restaurants oder Schweden ganz im allgemeinen zu tun hatten. 

Gerade für mich war zusätzlich die Möglichkeiten im Marketing, das Branding und die Kundenbindung interessant.

Das Restaurant hat absolut davon profitiert. Die Zahlen der Zuschauer des LiveStreams stiegen mit jedem Tag, man las öfter von Leuten das sie vorbei kommen, wenn sie in Stockholm sind. Das Restaurant wurde bekannter und das sogar über die Grenzen von Stockholm und Schweden hinaus. Natürlich bedeute es auch etwas mehr aufwand für Victor, ab und an mal nach dem Stream zu schauen die Fragen zu beantworten und das iPad mal neu auszurichten. Mit der Zeit war er aber schon ganz gut eingespielt und auch die anderen Kollegen der Küche haben „mitgespielt“. Auch sie haben mal Fragen beantwortet oder liessen sich bereitwillig bei ihrer Tätigkeit von Victor filmen und erklärten was sie machten. Es bildete sich eine richtige Community, stammzuschauer, Besucher die wegen dem LiveStream kamen oder denen der Besuch wegen dem LiveStream immer wieder in Erinnerung gerufen wurde und beim nächsten Besuch in Stockholm oder auf der Suche nach einem Restaurant ganz sicher zu erst an das Trattorian denken.

Nun wird Meerkat bald die Tore schliessen. Durch Periscope, der LiveStreaming APP von Twitter und natürlich auch durch Facebook, wo inzwischen auch jeder einen LiveStream starten kann, ist die Konkurrenz zu groß und mächtig. LiveStreaming an sich ist auch keine Nische mehr so dass, ein Start eines Kanals auf Periscope oder Facebook sicher noch für Aufsehen sorgt, aber auch nur mit Engagement und Durchhaltevermögen für dauerhaften Erfolg sorgt. Trotzdem der Einsatz kann sich lohnen und das  nicht nur für große Restaurants oder Hotels. Das nötige Equipment ist inzwischen relativ Preiswert und die technischen Möglichkeiten werden von Woche zu Woche besser. Allerdings muss man auch nicht nur jemanden haben der sich um das technische kümmert, sondern auch Leute die geeignet und bereit sind dafür vor die Kamera zu treten und als „Moderator“ durch die Show zu führen. Was für ein Restaurant schon wieder schwieriger ist, aber für ein Hotelkette ein ganz neuer Marketing-Kanal wäre. So könnte ein kleines Team im Auftrag der Hotelgruppe von Hotel zu Hotel reisen und mit dem Küchenteam ein Video aufnehmen. Das Hotel, die Lage und all das was noch dazu gehört zeigt man natürlich auch. Die Videos können auf einem Kanal gezeigt werden der auch in den Fernsehern auf dem Zimmer zu sehen ist und so zeigt man den Gästen auch noch die anderen Häuser der Kette.

Solltest Du Kontakte haben oder gar eine Hotelkette vertreten, lass uns reden!

Gedanken , die mich nicht erst seit gestern beschäftigen. Träume die ich gerne in die Realität holen würde. Ideen die ich allein nicht umsetzen und stemmen kann.

Heute habe ich davon gelesen, dass Steve Chen einer der ehemaligen YouTube Gründer die Video-Plattform nom.com gestartet hat. „Live-Videos und bewusstes Essen spielten eine immer größere Rolle, sagte Chen auf dem South-by-Southwest-Festival (SXSW) in Austin/Texas. Auf nom.com soll sich alles ums Essen drehen. So kann sich jeder beim Kochen filmen einen LiveStream anbieten und einen Kanal und die eigene KochShow entwickeln. „Es ist einfach interessant was die Leute gerade essen, ob in Tokio oder auf Sizilien.“ so Chen weiter und da muß ich ihm so zustimmen. Während meiner Ausbildung zum Koch, träumte ich davon nach meiner Lehre durch Deutschland, Europa und die Welt zu reisen. Dabei zu sein wenn die „einfachen Leute“ traditionelle Gerichte der jeweiligen Region zubereiten. Aber eben nicht nur dabei zu sein, sondern mit ihnen zu kochen, von ihnen zu lernen was seit Generationen in der Familie weitergegeben wird. Eben das was heute bekannte Fernsehköche. mal gut und mal weniger gut versuchen. Nur das sie eben auch in ein Format gepresst wurden das auf TV ausgerichtet ist wo die Masse erreicht werden soll wo alles in 30 Minuten abzüglich Werbeunterbrechungen passen muss und am Besten auch noch der Sponsor gut weg kommt.

Durch nom.com mußte ich an all das wieder denken, an meinen Traum aus meiner Lehrzeit, an KuechenTV und den Traum davon was ich damit vorhatte, an die Inspiration und Ideen durch die Möglichkeiten eines LiveStreams. ich könnte mir eine Mischung aus all dem sehr gut vorstellen. Eine KochShow die durch die Welt und übers Land reist.  Kleine Gaststätten, Wirtshäuser, Restaurants you name it featured, im kleinen Weingut, dem Bauernhof oder dem Gut das seit Jahren im Familienbesitz ist halt macht. Mit den Leuten reden, die Geschichte erfahren, mit ihnen Kochen und essen und so auch dazu beitragen, das Traditionen, Geschichten, Kultur und Gerichte nicht in Vergessenheit geraten oder verloren geht. Mit dem Internet, den Sozialen Netzwerken und Plattformen wie YouTube und jetzt nom.com steht einem alles zur Verfügung was man brauch. Vor allem aber das man es besser machen kann, als all das was einem die TV-Sender momentan anbieten. Ich will nicht nur Zuschauer, ich will das sich eine Community bildet. Das sich jeder einbringen kann. Fragen stellen kann oder zum Beispiel auch vorschlagen kann, wo es als nächstes hingehen soll.

Aber wo fängt man an? Wen fragt man  und wieviel der Ideen gibt man preis? Die Angst das jemand die Idee einfach aufnimmt und umsetzt ist immer da. Man muß aber irgendwie an die Öffentlichkeit und dieser Artikel ist ein Anfang.

 

Vielleicht findest Du es spannend, kannnst Dir vorstellen mich zu untersützen, in welcher Form auch immer. Lasst uns darüber diskutieren, schreibt eure Gedanken in die Kommentare oder mir per mail.

 

Wenn euch die Ideen gefallen, dann teilt sie doch Bitte!

Zeigt den Artikel euren Freunden, euren Eltern, euren Kindern. Verbreitet ihn, in den Netzwerken, per WhatsApp und per Mail. Wenn euer Chef noch kein Smartphone hat, schreibt ihm eine Notiz und steckt sie ihm beim Kaffee zu. Ihr wisst was ich meine. ;)