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Arbeitsbedingungen auf Usedom aus der Sicht von Arbeitnehmern

Zu meinem Post „nur noch ein Job“, kamen kurz nach der Veröffentlichung ein paar Fragen wie ich es denn meinte und was genau los ist. Eine Zusammenfassung der Antworten möchte ich hier jetzt veröffentlichen.

Fachkräftemangel ist nur ein anderes Wort für schlechte Arbeitsbedingungen

Ich kann nicht für andere sprechen, ich kann nur sagen wie es hier auf Usedom für mich und meine Kollegen ist. Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlechter. Viele gute Leute gehen weg weil sie nicht mehr so arbeiten können und wollen. Den Job an sich will kaum noch jemand machen und die die ihn erlernt haben, wissen was hier oben los ist und wollen ihn nicht mehr zu diesen Bedingungen ausüben. Auch wenn es ein wenig überspitzt sein mag, aber Fachkräftemangel ist nur ein anderes Wort für schlechte Arbeitsbedingungen.

Ich bin vor 5 Jahren aus Wiesbaden zurück in den Osten gekommen, weil ich es wollte und ich wußte auch worauf ich mein einlasse. Mir war klar das ich weniger verdienen werde, aber als ungerecht empfindet man es trotzdem. Besonders wenn man den Vergleich hat, was ich da an Arbeit hatte und was ich hier leisten muss. Inzwischen bin ich bei dem Gehalt hier. ungefähr auf dem selben Level angekommen. Allerdings ging das nur über die Leistung, mehr Arbeitsstunden, Verzicht auf ein paar Überstunden pro Monat und man darf nicht vergessen das ist 5 Jahre her.

Seit 20 Jahren verlassen sie sich darauf das die Urlauber schon kommen

Die Personalführung und das Verhalten der Arbeitgeber ist auch deutlich schlimmer geworden. Sie machen hier alle seit 20 Jahren das selbe, weil es ja immer funktioniert hat und die Gäste kamen. Jetzt merken sie aber langsam das es nicht mehr so rosig ist und die Gäste nicht einfach mehr kommen. Statt aber zu investieren, neue Ideen zu entwickeln und mal den Arsch zu bewegen, wird überall gespart und auf alles gemeckert. Die Schuld wird immer bei anderen gesucht.

Die erste Zeit wenn Personal ging, wurde nicht ein mal nach Ersatz gesucht. Das Personal was noch da war, arbeitete natürlich mehr. Man will sich ja als Arbeitnehmer auch nix nachsagen lassen und hat ja selbst auch den Anspruch das alles gut läuft. Nun wird aus der Sache aber schnell ein Teufelskreis, denn die Chefetage sieht nur Zahlen. Umsatz sieht gut aus, beim Einsatz von wenig Personal, Gewinn höher. Ergo, läuft doch, weiter so. Brauchen niemanden suchen.

Der gute Ruf kann schnell zerstört werden

Nun waren das nicht die letzten die gingen und es änderte sich kaum was. Wie gesagt kaum jemand will hier noch zu den Bedingungen arbeiten und macht es oft auch nur notgedrungen was der Motivation nicht gerade zuträglich ist. Es wird sich Personal aus Polen geholt. Was meiner Meinung auch völlig in Ordnung ist, da hab ich gar keinen Stress mit. Ganz im Gegenteil! Nur wird hier auch nicht auf Qualifikation, Sprachkenntnisse und Auftreten geachtet. Es zählt allein das Geld und das ist eine Gradwanderung.

Völlig zu Recht wollen die Polnischen Kollegen aber auch nicht mehr einfach nur die billigen Arbeitskräfte sein und so wird es auch dort immer schwieriger noch gutes Personal zu finden. Zu viel ungelerntes Personal, zu viel Missverständnisse wenn es an der Sprache ein wenig hapert und man hat sich ganz schnell den Ruf versaut vom ach so tollen X-Sterne Hotel.

Die Zahlen sind wichtig aber nicht alles

Natürlich sind die Zahlen wichtig und natürlich will man nicht mit Verlust arbeiten. Allerdings sollte man vielleicht nicht ganz so gierig sein. Ich meine, die meisten der Angestellten sind auch schon lang genug im Geschäft, dass sie sehen was läuft. Aus den Zahlen, die sie zu sehen bekommen, kann man dann auch ganz gut überschlagen wie gut es läuft. Das stößt einem dann schon sauer auf, wenn man sieht das Gehaltserhöhungen oder mehr Angestellte durchaus drin sein könnten. Wenn auf der anderen Seite dann noch Ausgaben getätigt werden, wo man sich nicht nur einmal vor den Kopf haut und fragt warum das jetzt sein mußte.

Nun sehe ich das mit BLIWIKO auch von der anderen Seite und wie gesagt im großen und ganzen machen sie seit 20 Jahren das selbe. Sie wollen keine neuen Wege gehen und selbst für die alten Wege wollen sie kaum in den Geldbeutel greifen. Manche sind gerade zu blind für andere/bessere Wege und Beratungsresistent Geiz ist Geil ist leider noch nicht aus den Köpfen raus und irgendwie wollen die Leute immer alles in Goldpapier und umsonst. Zu welchem Zeitpunkt da etwas schief gegangen ist, verstehe ich auch nicht.

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Videographie

Warum das Hochzeitsvideo im Schrank verstaubt und ein Imagefilm dem Unternehmen manchmal mehr schadet

Video wird immer wichtiger, auch für den Tourismus und gerade im Bereich Marketing, da sind sich wohl alle einig. Der Erwerb von Videoequipment wird immer erschwinglicher und die Qualität die aus den kleinen Kameras für den Consumerbereich heraus fällt immer besser. Dementsprechend hat Video in den letzten Jahren einen Unglaublichen Aufschwung erlebt und meiner Meinung nach, wird dies noch weiter steigen.

Nicht die Kamera macht das Bild

Es ist aber wie beim Fotografieren, es reicht nicht das Profi-Equipment zur Verfügung zu haben, man muß auch damit umgehen können. Gerade im Bereich Video wird das noch deutlicher als beim Fotografieren. Viele Kleinigkeiten sind am Ende ausschlaggebend ob ein Video ankommt, als schön empfunden wird und ob es den gewünschten Zweck erfüllt. Die oft zitierte Weisheit, „Nicht die Kamera macht das schöne Foto, sondern der Fotograf“ gilt genauso im Bereich Video und meiner Meinung nach hier noch deutlich mehr.

Es reicht nicht die Kamera einfach drauf zu halten und das geschehen einfach aufzunehmen und vielleicht noch währenddessen ein paar Worte zu sagen. Eine einfache Fotoslideshow als Video anzubieten kann gut aussehen hat aber lange nicht den Werbeeffekt wie ein „richtiges“ Video und wird kaum bis zum Ende angeschaut.

Das Hochzeitsvideo von Onkel Theodor wird selten mehr als einmal angeschaut und treibt selten nochmal die selben Freudentränen ins Gesicht wie am Tag der Hochzeit. Das ist auch alles ok soweit und ich will auch niemanden den Spaß am Filmen nehmen. Es kommt einfach immer darauf an in welchem Rahmen das alles passiert und ich finde es immer öfter erschreckend was hier manchmal als Professionelle Arbeit angeboten wird oder was eindeutig als Werbevideo verbreitet wird.

Manche Bewegtbilder beschämen mich

So stoße ich im Netz immer wieder auf Videos, wo ich mich bei betrachten Fremdschäme und oft frage ich mich, ob Kunden dafür wirklich Geld bezahlt haben bzw. es bezahlen würden und ich möchte euch heute mal ein paar Beispiele präsentieren.

Eigentlich würde ich mir schon Gedanken machen, wenn mir jemand neben der Foto und/oder Videotätigkeit auch noch die Musikalische Begleitung der Hochzeitsfeier anbietet. Ich lasse mich da auch gerne eines besseren belehren, aber meiner Meinung nach kann man das zeitlich schon nicht vereinbaren. Wie soll ich denn noch Fotos oder Videoaufnahmen der Feier machen wenn ich gleichzeitig am Mischpult den DJ gebe?

„Schuster bleib bei deinen Leisten“ sagt man und deswegen mache ich zum Beispiel keine Musik oder gebe Tanzunterricht. Das folgende Hchzeitsvideo könnte auch von Onkel Theodor sein, aber es wurde vom DJ aufgenommen und scheinbar als Professionelle Arbeit in Rechnung gestellt. Bei allem Respekt, aber ich hoffe das der Herr am DJ-Pult besser ist als an der Kamera und am Videobearbeitungsprogramm.

Entschuldigung, aber das ist wirklich ganz schlimm und ich habe Mitleid mit dem Brautpaar. Das kann man so wirklich nicht abliefern.

Imagefilme können einem Unternehmen auch schaden

Aber auch bei anderen Themengebieten, ist es teilweise unfassbar was abgeliefert wird. Hier auf Usedom sind Imagevideos und Werbefilme für Unternehmen im Hotel- und Gastronomiegewerbe natürlich ein Bereich mit großen Potenzial.
Besonders hier ist natürlich auf kleinste Details zu achten bei Aufnahme, Schnitt und Präsentation.

Es folgen ein paar Beispiele:

Im Video wird ab 2:21 ausgefadet ins Dunkle und erst bei 2:40 kommt ganz langsam wieder ein Bild zum vorschein. Fast 20 Sekunden wird dem Betrachter also ein schwarzes Bild gezeigt. Allerdings wird das Video danach nicht wirklich viel heller und hat sowieso durchgehend mit schlechten Lichtverhältnissen zu kämpfen.

Nun sieht das ganze Video auch aus als wenn die Aufnahme schon etwas länger zurückliegt, aber auch als ich mir 1992 meine erste Videoausrüstung anschafte, kaufte ich externe Lichtquellen sofort dazu. In der Foto und Videografie ist das richtige Licht eines der wichtigsten Dinge die man braucht und beachten muß.

Das richtige Licht macht den großen Unterschied

Auch in diesem Video (leider ist das einbetten des Videos deaktiviert, sind die wechselnden und schlechten Lichtverhältnisse alles andere als optimal. Das zubereitete Ei sieht alles andere als Appetitlich aus und auch das quengelnde Kleinkind ist nicht Werbewirksam. Auf solche Szenen sollte man lieber verzichten bzw. sie noch einmal aufnehmen wenn das Kind wieder gute Laune hat. Es sind natürlich keine professionellen Schauspieler im Video, aber der Blick in die Kamera sollte bei Aufnahmen für diesen Zweck vermieden werden.

Kameraführung und Position im folgendem Video, sind natürlich Stil und Geschmacksfragen und hängen auch vom gegebenem Platz ab. Meiner Meinung nach ist es hier nicht gut gelöst:

Wie zu sehen ist auch hier das Licht wieder ein Problem. Die Stimme aus dem „Off“ mit den Informationen ist natürlich die richtige Wahl, aber könnte etwas mehr Leben vertragen. Sie ist etwas eintönig und in allen 3 Videos viel zu leise eingesprochen.

Die Fotoslideshow

Das letzte Video, welches ich heute zeigen möchte ist eigentlich wie oben schon erwähnt eine Fotoslideshow.

Das kann man machen um auf eine Website die Ferienwohnung oder so zu präsentieren, gar keine Frage. Dann sollte man dies aber auch nicht unbedingt mit Hilfe von YouTube oder anderen Portalen auf der Seite präsentieren, sondern lieber mit eigenen Miteln in das Design der Seiten einbinden. Der Werbeeffekt auf den Plattformen mit so einer Slideshow ist gleich null und im zweifel handelt man sich nur Spamkommentare ein die das Angebot eher nicht gut dastehen lassen.

Fazit und eine Empfehlung:

Weit über 50% des Webtraffics sind inzwischen Videodaten. Jede Minute werden 60 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Das entspricht 1 Stunde Videomaterial pro Minute. Täglich werden mehr als 4 Milliarden Videos aufgerufen. Jeden Monat besuchen mehr als 800 Millionen einzelne Nutzer die YouTube-Website.

Allein an diesen Zahlen kann man erkennen, wie wichtig ein gut Produziertes Video ist um nicht im Bodensatz unterzugehen. Sie können weiterhin auf Onkel Theodor setzen oder einem Angestellten eine Kamera in die Hand drücken.
Ein schönes Video was den Betrachter anspricht und träumen läßt von der schönen Hochzeit oder dem nächsten Urlaub und vor allem ein Video das der User gerne freiwillig in Sozialen Netzwerken verbreitet, wird deutlich mehr Wirkung bringen.

Es lohnt sich also, hier auf Kompetenz zu setzen. Kompetenz die mein Partner und ich, mit dem Blinkwinkelkombinat anbieten und zur Verfügung stellen.

bliwiko
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